Ich sollte mir abgewöhnen, jeden Tag zu schreiben, das halte ich eh nie durch - hohe Erwartungen provozieren und so. Whatever - es passiert halt grad viel ;)
Was man wirklich anmerken muss ist die wahnsinnige Freundlichkeit in dieser Stadt. Nix Berliner Schnauze - alle sind hier nett, grüßen dich, helfen dir..
Nachdem ich ja gestern dachte, es läge an einem gewissen Stoff namens Testosteron, musste ich mich heute eines besseren belehren lassen, als ich ein altes Ehepaar und ihren Enkel nach dem Weg fragte. Sie entschlossen sich nämlich gleich, mich in ihr Auto zu verfrachten und mich bis vor die Tür zu fahren, weil sie den Weg nicht ganz genau erklären konnten. (Wären sie keine 60 gewesen, hätte ich ja gezögert ins Auto einzusteigen aber so...)
Um es mit den Worten einer altbekannten Sex-Kolumnistin zu sagen: "Ich kam nicht umhin, mich zu fragen" sind wir Deutschen einfach keine Freundlichkeit gewöhnt und argwöhnen deshalb in aller Hilfsbereitschaft einen bösen Hintergedanken...?
Das Nachtleben (oder zumindest das Abendleben) wurde nun übrigens auch erkundet und ich kann euch sagen, Lyon leuchtet! Überall! Die Bilder auf Google haben nicht zuviel versprochen, was das Licht und die Farben dieser Stadt angeht, besonders abends am Quai, wo die alten Boote zu Partyschiffen und Bars umgebaut wurden. Eine wirklich schöne Atmosphäre mit Lichtern, Menschen, die auf der Wiese grillen, Booten, die Musik spielen und Punch. Punch ist mein neues Lieblingsgetränk, ich glaube, es ist eine Mischung aus Rum, Zimt und OSaft, genau hab ich es nicht verstanden (Franzosen unter sich reden mit einem fiesen Wortspiel-Slang, in dem sie die Silben verdrehen...) getrunken wird das überall, ich hatte es im Sirius, einer Boot-tanz-Bar, mittags Cafe/Bar, abends Club und eigentlich: Schiff. Love it!
Und einer ist noch eines Eintrages wert: Jean-Piere. Dieser Kerl ist Stadtbekannt und einfach herrlich. Er ist irgendwas zwischen 60-70 und läuft jeden Abend am Quai entlang für 1-2 Stunden und mit Laufen meine ich RENNEN. Er ist der Wahnsinn und jeder kennt ihn und applaudiert und jubelt, wenn er kommt , was ihn gelegentlich zu kleinen Tricks veranlasst :D Ein Eindruck ist zu finden auf http://www.youtube.com/watch?v=YcX7RtPgHiA&feature=youtu.be
Einen Fan mehr hat er jetzt zumindest :)
Alors - ich muss mich mal um die Katze kümmern, sie spielt gerade abwechselnd mit meinem Nutellabrot und meinen Kippen (die hier einfach mal 7 Euro kosten!) Passen wir nicht wunderbar zusammen...? ;)
Donnerstag, 22. August 2013
Der erste Tag - oder: mein Minirock und ich
Alors - der erste Tag nun also.
Müde bin ich, verdammt müde. Das Rumgelaufe, das Orientieren, das Sprechen. Mir war nie bewusst, dass Sprechen anstrengend ist... Ist es aber. Ich jedenfalls spreche jetzt fließend. Frenglisch. Während ich die beiden Sprachen heute morgen noch ganz gut auseinanderhalten konnte, verschwammen sie im Laufe des Tages so sehr, dass es mir inzwischen nicht mal mehr auffällt, wenn ich künstlerische Meisterwerke wie "Oui, je croix that there is un station de métro." raushaue. Sagt einem ja auch niemand, die gucken nur komisch.
Apropos komisch: mein Handy fand es wohl komisch nach einem Softwareupdate zu beschließen, nicht mehr anzugehen (macht sich besonders gut bei der Wohnungssuche und immerhin habe ich es ja auch erst ganze 2 Wochen...) Es zeigt mir also fröhlich leuchtend den Nokia Hintergrund an und dann wieder schwarz, wieder Nokia und wieder schwarz. Besonders viel Mühe gegeben hat es sich bei der Auswahl des Zeitpunktes. Als ich nämlich voller Motivation zu meiner ersten Wohnungsbesichtigung aufbrach. Adresse: im Handy gespeichert. Nummer des Vermieters: im Handy gespeichert. Navigationssystem/Karte von Lyon: auf dem Handy. Ich hatte also quasi alles bedacht. Quasi.
Da ich aber eh noch 2 Stunden Zeit hatte und mir die Stadt nochmal anschauen wollte, ging ich also erstmal ans Quai und dachte mir, in 2 Stunden wäre das Handy schon wieder an, die brauchen ja gelegentlich etwas Zeit für sich... Unten angekommen, aß ich einen Burger, freute mich über den Wind (oh Gott, ich lebe in einer Stadt mit WIND! Und WASSER! und SCHIFFEN! :D) und wie das unte Rauchern so ist, fand ich gleich 2 neue Freunde (das ewig verschwundene Feuerzeug..) die halfen auch gleich tatkräftig mit allerlei Handyreparaturideen aber irgendwie wollte nichts so richtig funktionieren und als ich zufällig auf die Uhr des einen sah, entschloss ich mich, es wäre wohl doch klüger, noch einmal nach Haus zu fahren, ich musste ja schließlich noch die Adresse und Telefonnummer meines Besichtigungstermins herausfinden... Leichter gesagt als getan ohne Navi, ohne Karte und vor allem: ohne Plan. Doch entgegen aller Erwartungen (eurer, ich habs ja immer gewusst) fand ich im Laufschritt mit zielgenauer Sicherheit den Weg zurück (zwar einen anderen, als ich gekommen war aber mir kam er sogar kürzer vor). Angekommen stellte ich erstaunt fest, dass ich nur 10 Minuten für den Weg gebraucht hatte (wie wunderbar, keine absurden Berlin-Strecken mehr!), Die Nummer und die Adresse fanden sich auch und - oh Wunder - ein Stadtplan, der die ganze Zeit still und heimlich in meinem Terminkalender neben mir gesessen hatte. Als ich den also so betrachtete (und mich selbst ein wenig verfluchte) blieben meine Augen an der Adresse hängen, wo ich nun hinmusste und mein Selbsthass wurde größer, denn sie befand sich right next to.... Richtig, dem Ort wo ich 2 Stunden gesessen hatte. Herzlichen Glückwunsch Leonie... Da ich aber den Weg ja inzwischen bestens kannte, machte ich mich dann also auf, zur ersten Wohnungsbesichtigung - lange Rede kurzer Sinn, keine schöne Wohnung, wirklich keine schöne Wohnung... und das von mir, ihr wisst, in was für Seen ich schwimme...
Jedenfalls kann ich nach einem Tag mit absoluter Überzeugung sagen, dass die Franzosen unglaublich hilfsbereit sind. Ein bisschen wie in Marokko fühle ich mich inzwischen. Es ist schwer, auch nur mal eine Zigarette am Quai du Rhône zu rauchen, ohne neue Freunde zu finden. und alle sind so hilfsbereit, es ist der Wahnsinn. Nach einem Tag also hab ich ganze 6 (!) Handynummern mitsamt email, FB und Co. und immerhin 3 neue Internetseiten, die bei der Wohnungssuche helfen sollen.Interessant ist vielleicht, dass die Helfer allesamt männlich sind und mich, insbesondere meinen Rock, vorher eingehend gemustert haben. - Keine Wertung.
Aber Marokko ist tatsächlich gar nicht so weit weg - die Läden, manche Straßen.. Verrückt. An der nächsten Ecke fühlt man sich dann plötzlich wie in Berlin Kreuzberg und wieder eine weiter, am Quai weht ein nordisches Lüftchen. Ich kann also behaupten, ich fühle mich hier doch recht vertraut ;)
Müde bin ich, verdammt müde. Das Rumgelaufe, das Orientieren, das Sprechen. Mir war nie bewusst, dass Sprechen anstrengend ist... Ist es aber. Ich jedenfalls spreche jetzt fließend. Frenglisch. Während ich die beiden Sprachen heute morgen noch ganz gut auseinanderhalten konnte, verschwammen sie im Laufe des Tages so sehr, dass es mir inzwischen nicht mal mehr auffällt, wenn ich künstlerische Meisterwerke wie "Oui, je croix that there is un station de métro." raushaue. Sagt einem ja auch niemand, die gucken nur komisch.
Apropos komisch: mein Handy fand es wohl komisch nach einem Softwareupdate zu beschließen, nicht mehr anzugehen (macht sich besonders gut bei der Wohnungssuche und immerhin habe ich es ja auch erst ganze 2 Wochen...) Es zeigt mir also fröhlich leuchtend den Nokia Hintergrund an und dann wieder schwarz, wieder Nokia und wieder schwarz. Besonders viel Mühe gegeben hat es sich bei der Auswahl des Zeitpunktes. Als ich nämlich voller Motivation zu meiner ersten Wohnungsbesichtigung aufbrach. Adresse: im Handy gespeichert. Nummer des Vermieters: im Handy gespeichert. Navigationssystem/Karte von Lyon: auf dem Handy. Ich hatte also quasi alles bedacht. Quasi.
Da ich aber eh noch 2 Stunden Zeit hatte und mir die Stadt nochmal anschauen wollte, ging ich also erstmal ans Quai und dachte mir, in 2 Stunden wäre das Handy schon wieder an, die brauchen ja gelegentlich etwas Zeit für sich... Unten angekommen, aß ich einen Burger, freute mich über den Wind (oh Gott, ich lebe in einer Stadt mit WIND! Und WASSER! und SCHIFFEN! :D) und wie das unte Rauchern so ist, fand ich gleich 2 neue Freunde (das ewig verschwundene Feuerzeug..) die halfen auch gleich tatkräftig mit allerlei Handyreparaturideen aber irgendwie wollte nichts so richtig funktionieren und als ich zufällig auf die Uhr des einen sah, entschloss ich mich, es wäre wohl doch klüger, noch einmal nach Haus zu fahren, ich musste ja schließlich noch die Adresse und Telefonnummer meines Besichtigungstermins herausfinden... Leichter gesagt als getan ohne Navi, ohne Karte und vor allem: ohne Plan. Doch entgegen aller Erwartungen (eurer, ich habs ja immer gewusst) fand ich im Laufschritt mit zielgenauer Sicherheit den Weg zurück (zwar einen anderen, als ich gekommen war aber mir kam er sogar kürzer vor). Angekommen stellte ich erstaunt fest, dass ich nur 10 Minuten für den Weg gebraucht hatte (wie wunderbar, keine absurden Berlin-Strecken mehr!), Die Nummer und die Adresse fanden sich auch und - oh Wunder - ein Stadtplan, der die ganze Zeit still und heimlich in meinem Terminkalender neben mir gesessen hatte. Als ich den also so betrachtete (und mich selbst ein wenig verfluchte) blieben meine Augen an der Adresse hängen, wo ich nun hinmusste und mein Selbsthass wurde größer, denn sie befand sich right next to.... Richtig, dem Ort wo ich 2 Stunden gesessen hatte. Herzlichen Glückwunsch Leonie... Da ich aber den Weg ja inzwischen bestens kannte, machte ich mich dann also auf, zur ersten Wohnungsbesichtigung - lange Rede kurzer Sinn, keine schöne Wohnung, wirklich keine schöne Wohnung... und das von mir, ihr wisst, in was für Seen ich schwimme...
Jedenfalls kann ich nach einem Tag mit absoluter Überzeugung sagen, dass die Franzosen unglaublich hilfsbereit sind. Ein bisschen wie in Marokko fühle ich mich inzwischen. Es ist schwer, auch nur mal eine Zigarette am Quai du Rhône zu rauchen, ohne neue Freunde zu finden. und alle sind so hilfsbereit, es ist der Wahnsinn. Nach einem Tag also hab ich ganze 6 (!) Handynummern mitsamt email, FB und Co. und immerhin 3 neue Internetseiten, die bei der Wohnungssuche helfen sollen.Interessant ist vielleicht, dass die Helfer allesamt männlich sind und mich, insbesondere meinen Rock, vorher eingehend gemustert haben. - Keine Wertung.
Aber Marokko ist tatsächlich gar nicht so weit weg - die Läden, manche Straßen.. Verrückt. An der nächsten Ecke fühlt man sich dann plötzlich wie in Berlin Kreuzberg und wieder eine weiter, am Quai weht ein nordisches Lüftchen. Ich kann also behaupten, ich fühle mich hier doch recht vertraut ;)
Dienstag, 20. August 2013
Yeah. Mit 30 Km/H nach Frankreich!
"Hurra!", dachte ich, als endlich alles im Auto verstaut war, die Kofferraumtür verschlossen und der Gurt angelegt war, "jetzt kann es endlich losgehen! Auf nach Frankreich!"
Von wegen.
4 Staus, 3 Unfälle und gefühlte 25 Baustellen später drehte sich Bernie, mein lieber Fahrer und Mitleidender zu mir um und sprach den Satz, dem dieser erste Blogeintrag nun seinen Namen verdankt.
Wie das aber immer so ist, wurde auch dieses Problem gemeistert, der 5. Gang wurde schließlich noch eingelegt und wir kamen an. - Zumindest erst einmal in Frankfurt. Fängt immerhin ja auch schon mal mit Frank an. Dort gabs dann gutes Essen, Gastfreundliche Familienmitglieder von Bernie und eine bequeme Couch.
Der nächste Tag verlief dann etwas zügiger. So sah es jedenfalls erstmal aus. Nach ein paar Stunden jedenfalls sahen die Schilder anders aus und Bernie machte mich nocheinmal frohlockend darauf aufmerksam, dass ich gerade in Frankreich Auto fahre (ja, ihr habt das schon verstanden, ich bin über die nicht wirklich existente Grenze gefahren und alle noch beteiligten leben noch - danke an Bernie für das Vertrauen in meine 3 Wochen alten Fahrkünste!)
4 Kreisverkehre später (ausgerechnet!) überließ ich dann aber zum Glück wieder dem Herrn das Steuer und der brachte uns sicher und im richtigen Gang in unser neues, nebenbei bemerkt wunder wunderschönes Zuhause an der Rhône.
![]() |
| erster Eindruck von einer wunderschönen Stadt |
Julien verabschiedete sich
dann auch recht bald und Bindu - eine kleine 4 Monate alte Katze, die
hier auch grad für eine Woche haust - und ich versuchten die Frage zu
klären, wer denn nun die Couch bekommt. Nach einigen sehr
vielversprechenden Kuschelszenarien (diese Katze ist dermaßen
liebesbedürftig!), einem Kurzschluss (sie frisst auch gerne Kabel) und 3
versuchten Trampolinsprüngen ihrerseits auf meinem Gesicht, entschied
ich mich dann schweren Herzens, sie in den Flur zu verbannen. Sie miaute
kläglich und ich fühlte mich mies und schlief trotzdem ein. jetzt, am nächsten Tag, hat sie mir verziehen und kuschelt sich mit leisem Schnurren gegen meinen tippenden Arm (sie ist etwas eifersüchtig auf den Laptop und wenn ich aufhöre, sie zu kraulen, springt sie entweder auf die Tasten und starrt mich an oder setzt sich auf meine Schulter und tapst mir mit den Pfötchen im gesicht rum, sie ist wirklich zauberhaft!).
Fazit also des ersten Tages: eine neue Freundin, ein Aufladekabel weniger, und heut abend dann ein Wohnungscasting. Heißa Hopsala! Lyon ist wunderbar.
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